Was braucht es heute für nachhaltigen Erfolg?

Volker Oberdörffer

Der Wandel der Arbeitswelt stellt Unternehmen und Beschäftigte vor neue Herausforderungen. Wachsende Komplexität, rasant zunehmende Anpassungsgeschwindigkeiten und kürzere Lebenszyklen für Produkte und Dienstleistungen auf der einen, sich ändernde Arbeits- und Lebensbedingungen, Wertvorstellungen und Erwartungen der Mitarbeitenden auf der anderen Seite.

Für Unternehmen stellt sich damit die Frage, wie sie ihren Erfolg nachhaltig sichern können. Wie sollen sie in der neuen VUKA-Welt agieren, in der immer weniger vorhersehbar ist – volatil (volatility), unsicher (uncertainity), komplex (complexity) und ambig (Ambiguity)? Welche Stellschrauben können sie beeinflussen?

Sicher scheint, dass diese Fragen im Wesentlichen an die Unternehmenskultur adressiert sind. Und dass es notwendig ist, die Qualitäten neu zu bewerten, mit denen multipolare, sich gegenseitig verstärkende Unsicherheiten beherrscht werden und Unternehmen erfolgreich bleiben können.

Die Summe der menschlichen Fähigkeiten

Der Ökonom Peter Drucker wusste früh, dass eine starke Unternehmenskultur entscheidender ist, als jede Strategie. Sie beeinflusst unmittelbarer die Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Umsatzentwicklung eines Unternehmens: „Culture eats strategy for breakfast!“.

Um wirksam zu sein, muss sie zudem alle relevanten, ineinandergreifenden Felder einer Organisation durchdringen: Werte und Prinzipien, Ziele, Strategien, Strukturen und Prozesse. Sie muss von Mitarbeitenden und Führungskräften verstanden und auch gelebt werden.

Unstrittig ist, dass die Summe der menschlichen Fähigkeiten für den Erfolg eines Unternehmens entscheidend ist. Jedes Unternehmen ist ein soziales Gefüge von Menschen, die es erfolgreich machen.

Die vier Qualitäten einer leistungsstarken Kultur

Um erfolgreich zu bleiben, braucht es eine Kultur, die sich mehr denn je auf die Mitarbeitenden einlässt und sie fördert und fordert. Nur wenn sie sich wertgeschätzt und ernstgenommen fühlen, bringen sie sich ein und schöpfen ihre Potentiale voll aus. Vielfalt und Individualität müssen sich entfalten können, die Unterschiedlichkeit für das Unternehmen erfolgsfördernd genutzt werden.

Aber wie entsteht eine leistungsstarke Kultur und wie muss sie ausgestaltet sein, um motivierend und erfolgsfördernd zu wirken? Wichtig sind dabei vier Qualitäten: Vertrauen, Innovation, Leistung und Gesundheit. Nur wenn alle vier Qualitäten erlebt und gelebt werden, ist nachhaltiger Erfolg möglich.

Vertrauen ist der Schlüssel

Vertrauen ist die Kernqualität und Basis einer nachhaltigen und erfolgsfördernden Kultur. Sie ist der zentrale Katalysator und bedingt Innovation, Leistung und Gesundheit der Mitarbeitenden. Eine Vertrauenskultur zu entwickeln, ist die daher Grundlage für nachhaltigen Erfolg. Vertrauen schafft Bindung und Begeisterung. In Zeiten von VUKA, ist Vertrauen ein entscheidendes Merkmal exzellenter Unternehmen.

Innovation

Unter sich rasant wandelnden Bedingungen, werden nur Unternehmen überleben, die sich fortwährender anpassen und zu kontinuierlich Innovationen fähig sind. Für innovative Lösungen braucht es aber zwei Voraussetzungen: eine Kultur, die einen kreativen Umgang mit neuen Ideen und unbekannten Situationen fördert; und Organisationsformen, die Mitarbeitende motivieren eigenverantwortlich, flexibel, initiativ und antizipativ zu agieren. Agilität und Selbstorganisation sind hier die Stichworte.

Leistung

Zudem können ambitionierte Ziele nur erreicht werden, wenn die Mitarbeitenden auch zu Leistung bereit sind und ihre Potentiale voll ausschöpfen. Und umgekehrt setzten sich Mitarbeitende mit hoher Leistungsbereitschaft selbst hohe Ziele. Und sie zeigen ein selbstinitiiertes unternehmerisches Denken und Handeln. Ohne eine wertschätzende und motivierende Mitarbeiterorientierung ist dies nicht zu erreichen.

Eine Leistungskultur (High-Performance-Culture) zeichnet sich dabei durch vier Aspekte aus: Verantwortung, Klarheit über Strategie und Ziele, konstruktives Feedback, konflikt- und konsensfähige Zusammenarbeit.

Und es braucht faire und transparente Vergütungsformen, die glaubwürdig die Leistung jedes einzelnen Mitarbeiters, seine Bedeutung fürs Ganze und das Interesse an seiner Entwicklung spiegeln.

Gesundheit

Auch im Unternehmenskontext wird Gesundheit durch körperliche, geistige und soziale Faktoren beeinflusst. Eine gesunde Unternehmens- und Teamkultur braucht eine angemessene Balance aller relevanten Faktoren. Daher muss sowohl auf Risikofaktoren (Belastungen) als auch die Schutzfaktoren (Ressourcen) für physische und psychische Gesundheit der einzelnen Mitarbeitenden und Teams geachtet werden. Ohne Gesundheit ist Leistung und Innovation nicht denkbar.

Mitarbeiterorientierung ist der Wettbewerbsvorteil der Zukunft

Nachhaltiger Erfolg wird also wesentlich davon abhängen, ob es gelingt, eine leistungsstarke und motivierende Kultur mit zukunftsrelevanten Qualitäten zu etablieren. Mitarbeiterorientierung ist dabei die Kernkompetenz - sie ist für die Zukunft in einem volatilen Umfeld der entscheidende Wettbewerbsvorteil.

 



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