Wie viele Mitarbeitende im Personalbereich braucht es für eine gute Kultur?

Lars Renner; Autorin: Katharina Klein

Obwohl der technische Fortschritt auch in der Personalarbeit angekommen ist und viele administrative Prozesse zunehmend IT-gestützt ablaufen, scheint der Bedarf an Mitarbeitenden für HR nicht zu sinken. Im Gegenteil steigen die Erwartungen an die Personaler im Sinne einer höheren Komplexität des Aufgabenspektrums und der notwendigen Expertise, um z.B. dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen, die Innovationskraft sowie eine gute Arbeitsplatzkultur im Unternehmen zu fördern.

Wie viele Mitarbeitende im Personalbereich braucht es für eine gute Kultur?

Aber wie viele Mitarbeitende braucht ein Unternehmen im Personalbereich überhaupt, um gute Personalarbeit leisten zu können und die Mitarbeitenden angemessen zu betreuen?

Eine Studie von Brewster, Wood, Brookes, & Van Ommeren (2006) hat ergeben, dass in Deutschland durchschnittlich auf einen Mitarbeitenden in der HR-Abteilung 68 Mitarbeitende im Unternehmen insgesamt kommen. Die Personalabteilung wird im Verhältnis zur Anzahl der Mitarbeitenden kleiner mit zunehmender Unternehmensgröße (Brewster, Wood, Brookes, & Van Ommeren, 2006). Bei einer Untersuchung im Rahmen der Great Place to Work® Initiative wurde der Zusammenhang zwischen der relationalen Größe der Personalabteilung und der Arbeitsplatzkultur im Unternehmen genauer untersucht. Die Analyse hat gezeigt, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Betreuungsschlüssel (Anzahl Mitarbeitende pro Personaler) und der wahrgenommenen Qualität der Arbeitsplatzkultur gibt. Konkret werden bei Unternehmen, deren durchschnittliche Zustimmung in der Great Place to Work® Befragung über 70% liegt, ca. 60 Mitarbeitende von einem Personaler betreut. Bei kritischeren Mitarbeiterbefragungsergebnissen kommen im Durchschnitt fast 90 Mitarbeitende im Unternehmen auf einen Mitarbeitenden im Personalbereich. Ein ähnliches Ergebnis zeigt sich bei der Betrachtung des Zusammenhangs zwischen dem Betreuungsschlüssel und dem Ranking „Deutschlands Beste Arbeitgeber“. Auch hier gibt es einen bedeutsamen Zusammenhang (r=0,321**) zwischen beiden Maßen. Je weniger Mitarbeitende ein Personaler also zu betreuen hat, desto besser ist die Arbeitsplatzkultur im Unternehmen. Daraus lässt sich auch ableiten, dass ausgezeichnete Arbeitgeber stärker in die Personalbetreuung investieren als andere Unternehmen bzw. dieser einen höheren Stellenwert beimessen. Vermutlich ist es die höhere Betreuungsqualität, die auf Grund größerer personeller Ressourcen in der Personalabteilung gewährleistet wird, die die gute Kultur im Unternehmen begünstigt.

Mitarbeiter im Personalbereich

Zur Datenbasis

Die Analyse basiert auf einem Datensatz aus den Wettbewerbsjahren 2011 bis 2015 der Great Place to Work® Benchmarkstudien. Berücksichtigt wurden alle Unternehmen, die im Rahmen Ihrer Teilnahme ein Kultur Audit ausgefüllt und die entsprechenden Fragen beantwortet haben. Falls ein Unternehmen mehrfach teilgenommen hat, wurde jeweils die letzte Teilnahme für die Analyse verwendet. Dadurch ergaben sich 830 zu untersuchende Fälle bzw. Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und Größenklassen.


 

Literaturverzeichnis und Autoreninformation

Brewster, C., Wood, G., Brookes, M., & Van Ommeren, J. (Spring 2006). What determines the size of the HR funktion? A cross-national analysis. Human Resource Management, S. 3-21.

Autor: Katharina Klein, Great Place to Work Deutschland GmbH


 



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